QR-Rechnung und E-Invoicing in der Schweiz

Veröffentlicht am: 2025-08-05

Die Schweiz hat mit der Einführung der QR-Rechnung im Jahr 2022 einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung des Zahlungsverkehrs gemacht. Gleichzeitig gewinnt die strukturierte elektronische Rechnungsstellung zunehmend an Bedeutung, insbesondere für E-Commerce-Unternehmen, die effiziente Buchhaltungsprozesse benötigen.

QR-Rechnung

Die QR-Rechnung hat die alten Einzahlungsscheine (ES/ESR) vollständig abgelöst. Sie enthält einen Swiss QR Code mit allen Zahlungsinformationen, der von Banking-Apps und Buchhaltungssoftware automatisch gelesen werden kann. Für E-Commerce-Unternehmen ist die Integration in Buchhaltungssoftware und ERP-Systeme essentiell. Die QR-Rechnung unterstützt IBAN-Zahlungen und QR-IBAN (mit strukturierter Referenz) für automatisierte Zahlungszuordnung.

Technische Umsetzung

Die QR-Rechnung kann über verschiedene Wege generiert werden: direkt aus der Buchhaltungssoftware (Bexio, Abacus, Klara), über spezialisierte APIs oder als PDF-Anhang in E-Mails. Für Online-Shops empfiehlt sich die automatische Generierung bei Bestellabschluss. Der Swiss QR Code enthält Zahlungsempfänger, IBAN, Betrag, Währung (CHF oder EUR) und eine optionale Referenznummer.

ZUGFeRD / Factur-X

ZUGFeRD (Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland) ist ein hybrides Rechnungsformat, das auch in der Schweiz verbreitet ist. Es kombiniert ein menschenlesbares PDF mit maschinenlesbarem XML und ist kompatibel mit dem europäischen Standard EN 16931. Für Schweizer Unternehmen mit EU-Geschäftsbeziehungen ist ZUGFeRD/Factur-X besonders relevant, da viele EU-Länder zunehmend strukturierte E-Rechnungen verlangen.

ZUGFeRD-Profile

ZUGFeRD bietet verschiedene Profile: Minimum, Basic, Comfort und Extended. Für den Schweizer E-Commerce reicht in der Regel das Basic-Profil aus. Das Extended-Profil wird für komplexe B2B-Transaktionen mit detaillierten Positionsdaten verwendet.

Peppol-Netzwerk

Das Peppol-Netzwerk ermöglicht den elektronischen Rechnungsaustausch über standardisierte Access Points. Die Schweiz ist Peppol-Mitglied und fördert die Nutzung für B2G- und B2B-Transaktionen. Unternehmen können über einen Peppol Access Point Rechnungen an alle verbundenen Handelspartner senden. Für Lieferanten der öffentlichen Hand wird Peppol zunehmend zur Voraussetzung.

Zukunft des E-Invoicing

Die Schweiz plant keine generelle E-Invoicing-Pflicht wie einige EU-Länder (z.B. Italien oder Frankreich), fördert aber die freiwillige Einführung. Für Unternehmen mit EU-Geschäft ist die Kompatibilität mit EU-Standards wichtig, da die EU-weite E-Invoicing-Pflicht ab 2028 schrittweise eingeführt wird. Zunapro implementiert QR-Rechnung, ZUGFeRD und Peppol-Anbindungen für Schweizer E-Commerce-Unternehmen jeder Grösse und sorgt für nahtlose und effiziente Integration in bestehende Systeme.

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